Skip to content Skip to footer

3. Rang Foyer / online

Diese Arbeit ist jederzeit während des Festivals mit Zählkarte vor Ort frei besuchbar.

25. bis 27.03.2026, 18:00-22:00 Uhr
28.03.2026, 16:00-20:00 Uhr

Bei besonderem Andrang kann es bei den Arbeiten vor Ort zu Wartezeiten kommen.

Chinedum Muotto

The Sankofa Protocol

A Ritual for the Ancestral Web

Was wäre, wenn das Internet seine Manieren nicht vergessen hätte? Was wäre, wenn es dich zuerst bitten würde, zuzuhören, bevor es dir eine Antwort gibt? “The Sankofa Protocol” ist eine spekulative Weggabelung auf dem Weg des digitalen Wissens. Wir sehen, wie das “freie Wissen” von Wikipedia von der KI absorbiert wird, wodurch Kontext und Urheberschaft ausgelöscht werden. Diese Zukunft stößt hier jedoch auf Ablehnung. Die Arbeit ist eine andere Art von Tool. Eine digitale Opfergabe. Auf eine selbstgestellte Frage aus der Jetztzeit antwortet das Protokoll nicht mit Daten, sondern mit alten Weisheiten. Erzählt werden mündlich überlieferte Geschichten, mitsamt ihrer Historie, ihres Atems und den Bedingungen ihrer Überlieferung. Das Projekt ist keine Datenbank. Es ist eine Beziehung. Es öffnet eine Welt, in der Technologie keine extrahierende Kraft ist, sondern eine Grundlage für Bewahrung, Rückgabe und wirkliches Zuhören. Wir gehen zurück, nicht um in der Vergangenheit zu leben, sondern um eine andere Zukunft aufzubauen.

Konzeption & Umsetzung Chinedum Muotto

Chinedum Muotto ist ein in Berlin lebender nigerianisch-irischer interdisziplinärer Künstler und Forscher, der an der Schnittstelle von webbasierter Kunst, dekolonialer Archivierungspraxis und neuen Technologien arbeitet. Seine Praxis kombiniert geschriebenes Wort, Sound, partizipative Forschung und Software, um zu hinterfragen, wie Wissen online gespeichert, geteilt und verwertet wird. Im Jahr 2025 war er Artist-in-Residence am ZK/U (Zentrum für Kunst und Urbanistik) in Berlin. Zu seinen Projekten gehört „The Sankofa Protocol (Ancestral API)“, das ein nicht-extraktives Interface vorschlägt, um indigenes Wissen durch Herkunft, Zustimmung und Mündlichkeit zu vermitteln. Seine Arbeit stützt sich auf afrikanische Philosophien der Erinnerung, Reparaturkulturen und diasporische Netzwerke und wird zwischen Berlin und mehreren afrikanischen Städten entwickelt. Er baut öffentlich zugängliche digitale Allmende auf, die Verwahrung, Gegenseitigkeit und Verantwortlichkeit in den Vordergrund stellen. muotto.com / instagram.com/mr.nogofollow

de_DEDE