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Redoutensaal

25. bis 27.03.2026, 16:30 | 18:00 | 20:00 | 21:30 Uhr
28.03.2026, 15:00 | 16:30 | 18:00 Uhr

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Memories of Snow

Teona Galgoțiu, Roman Senkl und minus.eins.labs
Theater und Philharmonie Essen [Deutschland]
Theaterstück in Augmented Reality


60 minutes

»In der Woche, als sie 18 wurde, hat meine Mutter zum letzten Mal Schnee gesehen. An meinem eigenen 18. Geburtstag hat sie eine Überraschungsparty organisiert, alle Ventilatoren, die sie auftreiben konnte, wirbelten Papierschnee durch die Luft. Der Dress-Code lautete: »0 Grad«, aber nach einer Stunde Tanzen waren wir alle klatschnass, haben die Skianzüge ausgezogen und sind in den See gesprungen.«

Die Autorin Teona Galgoţiu und der Regisseur und Digitalkünstler Roman Senkl sowie das Team von minus.eins.labs – Phil Hagen Jungschlaeger, Philip Bußmann u.a. – nehmen ihr Publikum mit auf eine Reise durch digitale Orte, die Cali – die zentrale Figur der Geschichte – geschaffen und hinterlassen hat. In der immersiven Augmented-Reality-Experience tauchen die Teilnehmenden tief ein in Calis gesammelte Erinnerungen an ihren Alltag, ihre Familie, ihre Liebe und die Ängste einer Welt, in der die drohende Apokalypse allgegenwärtig ist.

Calis poetisch-surreale Welten einer möglichen Zukunft zeigen dabei immer wieder erschreckende Parallelen zu unserer aktuellen Welt und ihrer möglichen Entwicklung. Mit großer visueller wie sprachlicher Poesie wird so das Ende der Welt, die Frage nach dem, was bleibt oder bleiben soll, spielerisch und melancholisch umkreist.

Das Theaterkollektiv minus.eins.labs übersetzt zentrale Figuren und Motive aus Galgoţius Theaterstück »I can only fall asleep, if I imagine it is snowing« in eine immersive AR-Installation. Generationenkonflikte, die Klimakrise, Angst vor Veränderung und die Hoffnung auf ein ehrliches Zulassen von Gefühlen scheinen darin auf. Das Publikum geht dabei als eine Gruppe von sechs Personen quasi archäologisch seinen je eigenen Weg durch digitale Räume, die ganz unsentimental Verschwinden und Verlust erfahrbar machen und zugleich von der grundsätzlichen Möglichkeit zum Neuanfang jenseits des Anthropozäns berichten. Die durch minus.eins.labs gebaute Verschränkung von Augmented Reality und Netzwerktechnologie ermöglicht dem Publikum, gemeinsam eine einzigartige, immersive Welt – zwischen Traum, Erinnerung, Künstlicher Intelligenz und «Matrix» – zu betreten. Und mit Hilfe von Performance-Capture-Systemen konnten die Schauspieler:innen ihren Avataren nicht nur ihre Stimme leihen, sondern ihnen auch Leben einhauchen.

 
by minus.eins.labs
Text & Adaption Teona Galgoţiu
Künstlerische Leitung Roman Senkl
Creative Coding Phil Jungschlaeger
Szenografie (digital & analog) Philip Bussmann
Gestaltung 3D-Visuals Nils Gallist
Kreative Produktionsleitung Carolina Brinkmann 
Musik/Sound Harald Kainer
Dramaturgy Maximilian Löwenstein, Margrit Sengebusch 
 
with Lene Dax (Cali), Sümeyra Yilmaz (Isa), Christopher Heisler (Jo), Franka Forkel, Studentin der Folkwang Universität der Künste (Ema), Floriane Kleinpass (Anto), Jan Pröhl (Damian), Hän Nguyễn (Erzählerin, Stimme Tonaufnahme)
 
Premiere 2025, ADA Grillo-Theater, Essen

Teona Galgoțiu ist Filmregisseurin, Autorin und Kulturmanagerin. Ihre Kurzfilme wurden auf internationalen Festivals wie dem Jihlava International Film Festival, BIEFF und EastwardsProspectus gezeigt und ihre Texte in mehreren Anthologien und Online-Publikationen veröffentlicht. 

Roman Senkl arbeitet als Regisseur, Autor und freier Künstler mit Schwerpunkt auf digitalem und hybridem Theater. Seine Arbeiten wurden u.a. zum «Digitalen Showcase» des Berliner Theatertreffen eingeladen, für den FAUST-Preis nominiert sowie mit über 20 internationalen Kreativ-Preisen, wie dem Goldenen Löwen/Cannes, ausgezeichnet. Als Dozent und Lektor war er u. a. an der Kunstuniversität Graz, der Princeton University, Cornell und der University of Cambridge tätig. Er leitete u.a. das «Labors für Digitale Künste» (Berliner Festspiele), das XRT (Staatstheater Nürnberg) sowie das Kasino.Digital (Burgtheater Wien). Aktuell bereitet er u. a. «Solaris» am Burgtheater Wien vor sowie den « Ring-Zyklus» (Ring 10010110) für die Bayreuther Festspiele.  

Phil Hagen Jungschlaeger ist ein Digital-Künstler und Creative Technologist an der Schnittstelle von Medienkunst, Theater und Oper. Er studierte Medieninformatik an der Bauhaus-Universität Weimar und entwickelt seitdem künstlerische Arbeiten in hybriden Räumen zwischen analoger und digitaler Realität. Im Zentrum seiner Praxis steht ein experimenteller und zugleich kritisch-reflektierter Umgang mit Technologien, die unseren Alltag prägen und durchdringen. Wiederkehrende Werkzeuge sind Touchdesigner, Game Engines (Untiy / Unreal), Virtual Production, Spatial Audio, AR/VR und Live-KI. Seit 2023 forscht er gemeinsam mit Nils Corte am XRT des Staatstheaters Nürnberg an immersiven Theaterformen mit Fokus auf AR/VR).  Zusammen mit Roman Senkl leitet er das transdisziplinäre Cyborg-Kollektiv Minus.Eins.  

Philip Bußmann ist Bühnenbildner und Videokünstler. Seit 1995 arbeitet er für internationale Tanz-, Theater- und Opernproduktionen. In jüngster Zeit hat er sich zudem verstärkt eigenständigen Installationen, Fotoarbeiten, Performance- und AR/VR-Projekten gewidmet. Zu den erwähnenswertesten Arbeiten gehören Stücke mit der New Yorker Wooster Group (1990er-Jahre) und dem Choreografen William Forsythe (2000er-Jahre). Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn seit 2004 mit dem flämischen Theaterregisseur Luk Perceval. Produktionen führten ihn unter anderem an das Thalia Theater Hamburg, das NTGent, die LA Opera, die English National Opera, die Staatsoper Hamburg, die Münchner Kammerspiele, das Schauspiel Frankfurt, das Volkstheater Wien, das Stary Teatr Kraków und das Berliner Ensemble. Es entstanden Arbeiten mit Nicolas Stemann, Matthias Hartmann, Sasha Waltz, Wanda Golonka, Richard Siegal, Diane Paulus, Ullrich Rasche und minus.eins (Nils Corte & Roman Senkl) sowie für Costume National und Ermenegildo Zegna.  Bußmanns Installationen wurden in der Ursula-Blickle-Stiftung, dem Goethe-Institut Montreal, am 2121 Design Sight Tokyo, dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt, dem Los Angeles Center for Digital Arts, dem Folkwang Museum Essen und im Deutsches Romantik Museum Frankfurt ausgestellt. 

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